Der erste Poetry Slam in Lauf ist Geschichte. Rund 50 Besucher kamen zum Auftakt, sicher noch steigerungsfähig, aber auch nicht schlecht (in Nürnberg waren es vor 5 Jahren auch nur 60). Nach einem etwas ausführlicherem Briefing des Publikums und der Jury begann Peter Parkster als erster Slammer aller Zeiten in Lauf den Wettbewerb, mit seiner Geschichte von einem Diskobesuch der etwas anderen Art. Turnkey Facility machte gleich mal das Kontrastprogramm mit ernsten Tönen über das Anhalten der Zeit und dem Ausstieg aus dem Wettlauf immer pünktlich und besser zu sein.
Der Turmschreiber von Abenberg, der seinen gerade einmal zweiten Poetry Slam bestritt begeisterte erneut mit feinen Tönen, leisem Humor und geschliffener Sprache. Armin Neitzel überraschte mit einem neuen Text und einer ausgefeilten Performance, zu Recht steht dieser Begriff auf 5.000 Flyern unter seinem Foto. Frau Wortwahl schmetterte ihr Gedicht über einen One Night Stand, der das Leben verändern kann durch die Boxen und ging vor der Pause in Führung, womit sie auch schon für das Finale fest stand.
Nach der Pause traten Loony Lorna mit dem einzigen englischsprachigen Beitrag des Abends über ihr Lieblingsinsekt (BumbleBee) an und Martin Geier mit einer überarbeiteten Version seiner Kiffererlebnisse, für die es die einzige 10 des Abends gab. Ins Finale gesellten sich somit der Turmschreiber und Martin Geier hinzu.
Der Turmschreiber erzählte von verschiedenen Stellungen beim Rolltreppenfahren und Variationen von "Männer sind Schweine", Martin Geier berichtete über seine Bundeswehrzeit als T7 und Frau Wortwahl bedichtete Scheiße an den Schuhen und Stinkefingerpolizisten. Und dann sollte sich herausstellen, dass der Abend keinen Sieger ermitteln konnte, sondern sage und schreibe 3 Personen sich "Champion des 1. Laufer Poetry Slams" nennen dürfen. 3fach Siege gibt es eigentlich nicht unter meiner Herrschaft, aber gut, ich ließ Milde weilen...
Fazit: Schön wars im JUZ Lauf, wir freuen uns jetzt schon auf den 27.11. zum zweiten Dichterwettstreit, dann vielleicht mit 20 Besuchern mehr und Laufer PoetenInnen auf der Bühne (übrigens die niedrigste Bühne der Slam-Geschichte: Höhe: 2 cm) ?