Autor Thema: 16.09.2010- Nürnberg - Wortgefecht, der Poetry Slam [+ Review/Fotos]  (Gelesen 2134 mal)

Parkster

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Freude schöner Götterfunken, Tochter aus... ach, ist ja auch egal.

Es ist soweit Freunde, die Poetry Slam Saison 10/11 startet diesen Monat in Nürnberg wieder und es soll genau da weitergehen, wo wir anfang des Jahres aufgehört haben.

Am Donnerstag den 16.09. ab 20 Uhr (naja, sagen wir 20:15 Uhr) steigt im K4 wieder eine Sprachsause der besonderen Art. Zwar muss der geneigte Zuschauer jetzt 5 Euro statt 4 zahlen, aber nach 5 Jahren mit konstanten Eintrittspreisen, da muss so eine Erhöhung schon drin sein, denn ihr habt alle schon von so bösen Dingen wie Inflation oder Bahnpreiserhöhung (=> Fahrtkostenerhöhung für die Slammer) gehört. Dass auch diese 5 Euro ein spitzen Preis sind, macht schon gleich das erste Lineup dieser Saison deutlich, denn das sieht wie folgt aus:

Features Artists sind... festhalten!... gleich kommt´s... freut euch auf... *Trommelwirbel* - The Fuck Hornisschen Orchestra! Christian Meyer(/Maier/Mayer/Meier) und Julius Fischer, haben schon so ziemlich alle Liedermacher-Gedingens-Wettbewerbe gewonnen, sind (glaube ich) Hausband beim NDR Comedy Contest und einer der Gründe, warum ich mich ziemlich ärgere an diesem Tag nicht mit dabei sein zu können.

Weiterhin im Programm sind:

- Christian Ritter, deutscher Vize-Meister
- Groeg! (Finalist 2006)
- Sonja Popp (fast bayrische U20 Meisterin)
- Selma Montana (Rapperin, Songwriteerin und seit neuestem auch Slammerin aus Hamburg/Spanien) siehe: http://www.myspace.com/selmamontana
- Sarah Lange (lokaler Rookie)
- Christopher Maschek (Neumarkt i.d. Oberpfalz)
- Christian Offe (Erfurth)

Also, kommt in Scharen. Bringt eure Freunde mit. Verwandte gehen auch. Jubelt, Trubelt, Heiter seid!

... und trinkt ein Bier für mich mit. Wir sehen uns dann im Oktober.
« Letzte Änderung: 21. September 2010, 13:14:15 von Parkster »
Veni, Vidi, Violino - Er kam, sah und vergeigte

Michael Jakob

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Antw:16.09.10 - Nürnberg - Wortgefecht, der Poetry Slam im K4
« Antwort #1 am: 06. September 2010, 22:22:03 »
Was noch hinzuzufügen ist: Wir feiern tatsächlich fast auf den Tag genau fünfjähriges Bestehen! Und: Der Preis für die Kulturschock-Flatrate bleibt nach meinen Infos bei konstanten 32,-- Euro im Jahr, damit hat man zu allen Veranstaltungen von Kulturschock e.V. freien Eintritt. Kann ich nur empfehlen :-) Das sind 9 Nürnberger Slams zum Preis von 6,4! Plus zahlreiche Veranstaltungen zusätzlich, plus Slam in Fürth und Ansbach plus das gute Gefühl Kulturschock e.V. Mitglied zu sein :-)

 
« Letzte Änderung: 07. September 2010, 14:41:29 von Parkster »
"Love", "Peace" & "Rock 'n' Roll"! Die Trilogie von Michael Jakob erschien Dezember 2010 im Lektora-Verlag Paderborn. Ab sofort bei Liveauftritten und im Buchhandel erhältlich!

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Antw:16.09.2010 - Nürnberg - Wortgefecht, der Poetry Slam im K4
« Antwort #2 am: 07. September 2010, 14:41:56 »
Michl, ich glaub hier im Forum brauchst Du keine Werbung für die Flatrate zu machen  ;)
Veni, Vidi, Violino - Er kam, sah und vergeigte

Parkster

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Antw:16.09.2010 - Nürnberg - Wortgefecht, der Poetry Slam im K4
« Antwort #3 am: 09. September 2010, 11:07:19 »
Jo Michl, wie schaut´s denn aus? Erst 5 Teilnehmer? Ich dachte es gäbe schon mehr...
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Michael Jakob

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Antw:16.09.2010 - Nürnberg - Wortgefecht, der Poetry Slam im K4
« Antwort #4 am: 13. September 2010, 15:20:01 »
So, nach einigen Umbesetzungen steht das Line-up für Donnerstag, schweren Herzens musste ich eine berufsbedingte Absage von Marta hinnehmen, dafür kommt mit Groeg! ein alter und gern gesehener Bekannter ins K4!

Ich hoffe, dass jetzt alles so bleibt, dann wird das nämlich ein wirklich feiner Abend!

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Antw:16.09.2010 - Nürnberg - Wortgefecht, der Poetry Slam im K4
« Antwort #5 am: 13. September 2010, 15:29:08 »
Uiuiuiuiui, das freut mich ein wenig, weil ich jetzt sagen kann: "Hol Marta im Oktober ins Lineup!"
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Antw:16.09.2010 - Nürnberg - Wortgefecht, der Poetry Slam im K4
« Antwort #6 am: 14. September 2010, 00:24:07 »
Braucht ihr noch nen Stühlerücker komm nähmlich guggn^^
Susanne du bist mein erstes Finale!

Michael Jakob

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Antw:16.09.2010 - Nürnberg - Wortgefecht, der Poetry Slam im K4
« Antwort #7 am: 16. September 2010, 17:27:24 »
Diese Kribbeln im Bauch
Das kennst du doch auch?

Ich bin total hibbelig, sonst ist alles OK
Gleich geht es los! Heißa-Juheeeee!!!!

Slam, Mucke, Spaß und Bier
Heut um acht -wo? - im k4!
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Tobias

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Review Wortgefecht Nürnberg, 16.09.2010
« Antwort #8 am: 17. September 2010, 11:31:27 »
Gestern Abend war mal wieder einer der Abende, wo man dachte „Schade, schade – dass Nürnberg nicht in Nordfinnland liegt“. Warum könnte man fragen? Ganz einfach. Weil dann der folgende Kalauer aber sowas von „den Nagel auf den Punkt bringen würde“tm :

Der gestrige Saisonauftakt hatte sich mal echt gewaschen – und nicht nur, weil es hier eh schon genügend Lappen gibt![/b]1

Der/die/das nun folgende Review fasst den gestrigen Abend kurz und bündig zusammen. Zumindest ist dies das Ansinnen der folgenden Buchstaben- und Wortkombinationen. Natürlich kann es bei dem ein oder anderen Text zu Fehlinterpretationen kommen – aber dazu gibt es ja die Kommentarfunktion.

Man nimmt das Fazit des Abends nicht vorweg, wenn man sagt, dass die Saisoneröffnung die Messlatte der neuen Saison sehr hoch gelegt hat. Tolle Texte, tolle Stimmung, nicht zu voll und nicht zu leer und eine sehr gut aufgelegte featured poet slam band mit The Fuck Hornisschen Orchestra (TFHO). Julius und Christian waren gestern dermaßen gut aufgelegt, dass der Saal zur ersten Vorrunde hervorragend gut angeglüht war. Und man weiß nicht was besser war. Die Liedtexte, die Performance oder die Zwischenbeiträge und Anmoderationsversuche.

TFHO: Den Beginn machten Julius und Christian mit „Massage in a Bordell“ gefolgt von „Aileen“ der großen Fohlenretterin. Wären die knapp 60 sitzenden Zuschauer auch noch aufgestanden, dann hätte es gestern Abend zurecht die ersten standing ovations gegeben. Auch wenn man die Lieder bereits kannte, so hatten sie gestern doch wieder einen gewissen Charme und es machte Spaß, den beiden bei ihrer Performance zuzuschauen und zuzuhören.

Die Poetenfee Kathi übernahm nach zwanzig Minuten der TFHO Show die Regie und zog als erstes – natürlich – den Rookie des Abends. Sarah. Aber Nürnberg wäre nicht Nürnberg, wenn es nicht auch hier eine Sonderregel hätte. Seit einigen Monaten gibt es bei uns ja die „Save the rookie-Regel“. So wanderte unter Applaus ihr Name zurück in die große Lostrommel. Beim zweiten Versuch erwischte Kathi dann Christian Offe. Es konnte nun losgehen. Die Saison ward eröffnet.

Christian Offe.: Die Slamsaison 2010/2011 begann mit einem Kurzgedicht. Gras wächst auf der Erde, zur Freude der Pferde. Denn wenn es auf den Bäumen wachsen würde – dann müssten die Pferde auf Bäumen leben. Na was ein Glück. Seine kleine WG Episode „Zahnpasta“ war dahingehend von längerer Dauer. Die Zahnpasta wandert vom Kühlschrank auf den Küchentisch und von dort in die Mikrowelle. Die dann abschließend explodiert. In den Fußnoten des Textes ist dann vermerkt, dass warme Zahnpasta den Zähnen gut tut und der frische Atem der Zahnpasta daher rührt, dass man sie im Kühlschrank lagert. Eine kurzweilige Geschichte, die einige kleinere Pointen besaß und angenehm vorgetragen wurde. Die Jury zog 23 Punkte.

Christopher Maschek: Mit Christopher befanden wir uns inmitten einer Parlamentsdebatte. Christopher parlierte vor sich hin – wie die richtigen Politiker und Abgeordnete es eben auch zu tun pflegen – verbat sich Zwischenrufe von der Opposition, entschuldigte sich beim Präsidenten für zu weitreichende Abschweifungen und am Ende ließ er den Hasen aus dem Sack: wir wohnten einer Debatte im Götterparlament bei, bei der es um die Zukunft der Menschheit ging. Denn die gehört eigentlich nach den Eindrücken der letzten Zeit abgeschafft. Sehr gekonnt vorgetragen und sehr gut den Stil einer politischen Rede nachempfunden. Die „Pointe“ an sich stach vielleicht nicht so ins Auge, was aber wahrscheinlich auch daran lag, dass man der eigentlichen Rede nur schlecht folgen konnte. Die Jury gab 15 Punkte.

Selma: Beim Text von Selma kam man sehr schnell ins träumerische Versinken in ihre gekonnte Betonung, in ihren sehr sympathischen Sing Sang ihrer Stimme und natürlich in ihren Text, der sehr weiblich und gereimt (Anlehnung an hiphopeske Stilmittel) daher kam. Was nicht negativ zu verstehen ist. Auch wenn Selma dem „Stereotyp“ einer Slammerin entsprach, so war die Performance und der gesamte Vortragsstil in sich stimmig und schön anzusehen und anzuhören. Selma ist nämlich von Kopf bis Fuß wie Gott sie schuf und natürlich auch – um das bekannte Liedzitat zu vollenden – auf Liebe eingestellt. Blöde Anmachsprüche von Männern, die nur eines im Hinterkopf haben, sind ihr zuwider. Und das gibt sie auch einem dieser Männer zu verstehen. Mit schönen Wortgebilden und hier und da einer deutlichen Sprache. Sie erklärt ihm die Liebe, das Schöne daran und das es wichtigeres gibt, als „in Ritze zu spritzen“. Am Ende hat sie ihn überzeugt, er ist nun auch auf Liebe eingestellt. Aber er muss erkennen, dass man eben nicht immer das bekommt, was man begehrt. Denn dies ist das große Geheimnis und die große Faszination der Liebe. Treffen sich zwei, ist alles wunderbar, liebt man allein, darf die Welt ruhig untergehen. Die Jury gab 24 Punkte. Einmal sogar zurecht die Note 10.

Sarah Lange: Dem Rookie im Feld war die wohl vorhandene Nervosität kaum anzumerken. Auch Sarah hatte einen typischen „Frauentext“ zu Papier gebracht. Allerding nutzte Sarah eher das Stilmittel der Geschichte und der inneren Monologe als der direkten Anrede bzw. Anklage. Obwohl sie eigentlich genügend anzuklagen hätte. Denn sie will eigentlich nicht mehr warten, bis es Zeit ist, ihn nochmal zu kontaktieren. Sie hat „ihm“ nämlich geschrieben, dass sie ihn ganz toll fände. Nur bisher kam noch keine Antwort und ihre besten Freundinnen rieten ihr, noch nicht nachzuforschen. Es wäre noch nicht Zeit dazu. Und so werden wir Zeuge ihres inneren Kampfes und zum Ende hin des Sieges der verliebtheitsbegründeten Neugierde. Sie ruft doch bei ihm an. Nur leider geht nur die Mailbox ran – aus, Schluss und vorbei. Die Welt bricht zusammen und Sarah umhüllt sich mit Selbstmitleid. Doch dann das Glück, ihr Telefon klingelt und was dürfen wir hören: Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente! Leider hatte Sarah etwas überzogen, so dass wir Ralph (Simpsons) zu Hilfe rufen mussten und er beendete Sarahs Text genau an der Stelle, wo sich wohl die Mehrheit im Publikum gerade ragte: Was wird er ihr wohl sagen? Wie geht es weiter in dieser Geschichte? Wird die Liebe siegen? Was sich vielleicht anhört, wie der Cliffhanger in einer Soap, war leider das abrupte Ende eines schön vorgetragenen Textes. An einigen Stellen zu ausgiebig – daher ja auch die Überschreitung des Zeitlimits – aber mit Potential nach oben. Der sympathische Auftritt von Sarah war trotz der nicht zu Ende gebrachten Geschichte der Jury 25 Punkte wert.

Grög!: Zunächst gab uns Grög! seinen Beitrag zu einem Gewinnspiel (Allgäuer Milch) zum Besten: „Im Allgäu keiner wirklich fragt, wenn das Kalb zum Bauern Papa sagt!“ Er meinte dann nur trocken, dass er das Gewinnspiel nicht gewinnen konnte. Komisch. Man fragt sich warum. Kurz und knapp alles wichtige gekonnt auf den Punkt gebracht. Dann holte Grög! einen Text aus seiner poetischen Klaviatur, der eines großen Denkers und Dichters würdig ist, der er unbestritten auch ist. Er gab in seinem Vortrag Thilo Sarrazin, seinem Buch und seinen Thesen recht! Aber nicht so, wie man jetzt vielleicht vermuten könnte. Denn er münzte die Thesen eines Thilo Sarrazin auf die Banker und Finanzmanager in ihren Glastürmen und Vorstadtvillen um, die sich schon lange aus der Gesellschaft ausgegrenzt und von dieser verabschiedet haben und eine eigene Sprache sprechen. Mit viel Humor und Fachwissen, gepaart mit den kruden Thesen des Ex-Finanzsenators der Stadt Berlin war sein Auftritt ein Highlight der letzten Monate und erst recht in der aktuellen Diskussion rund um das Thema der Integration. Seine Meinung: Wir brauchen endlich wieder eine Leitkultur statt eines Leitzins. Die Jury war ebenso begeistert – mehrfach spendete das Publikum während des leidenschaftlichen Vortrages Zwischenapplaus – und zog 27 Punkte. Darunter zweimal die Höchstnote 10 Punkte. Die gezogenen 7 Punkte kamen wohl von einem Jurymitglied, welches sich erst eine Meinung bilden will, wenn es das Buch gelesen hat. So denn.

!!! Pause !!!

TFHO: Nach der Pause übernahmen Julius und Christian erneut das Ruder und die Aufgabe, die Aufmerksamkeit der Masse wieder auf das Geschehen auf der Bühne zu fokussieren. Und es gelang ihnen ein weiteres Mal. Sie boten ihr Narbenlied und den Bahndammbrandmann zu Besten. Es ist immer wieder erstaunlich, wo die beiden ihre irren Gadgets herbekommen.

Sonja Popp: Sonja teilt mit vielen Menschen ein schlimmes Schicksal. Ihre Geburtstage sind zumeist große Reinfälle. Sie zählt als Beweis mehrere Geburtstage auf. Man vergisst sie oder sie bekommt blöde Geschenke von der Oma überreicht. Hin und wieder liegen auch lieblose Zettel auf dem Küchentisch. Am Ende isst sie ihren selbstgebackenen Kuchen auf, zerfließt im Selbstmitleid und kommt zu dem Schluss, sich doch wieder dem Social Network bei myspace, meinvz und Co anzuschließen, da ansonsten noch weniger Menschen an ihrem Leben teilhaben (wollen). Quasi eine Flucht aus der Realität in die Realität – wenn auch der künstlich geschaffenen. Die Jury gab 23 Punkte.

Christian Ritter: Christian gab einen älteren Text zum Besten. Er wacht in einer fremden Wohnung auf, stellt irgendwann fest, dass er bei Susi Wichtig gelandet ist und während der besorgte Vater von Susi Wichtig die Polizei ruft, verabredet Christian mit den besten Freundinnen von Susi Wichtig ein Erbeerteehappening in Susis Wohnung und verkauft es der Polizei als Drogenumschlagsplatz. Während er das Haus verlässt und ihm Susis Freundinnen entgegenkommen, bemerkt er später einen Streifenwagen und gelangt zur Erkenntnis, dass es wohl nie zu einem zweiten Date mit Susi Wichtig kommen wird. Die Jury gab 24 Punkte.

Im Finale standen nun Sarah, wie gesagt bei ihrem ersten Slam und Grög!, der Altmeister aus München.

Sarah: Sarahs Text drehte sich um die Frage nach dem frischen Wind. Was ist damit gemeint? Was ist frisch? Was soll er bewirken? Ist er notwendig? Und woher kommt der frische Wind? Sarah gibt hierzu kleine Antwortgedanken, die nach und nach und wohlformuliert mit jedem Satz größer werden.

Grög!: Grög! spielte wieder den Märchenonkel und trug Folge 1 seines neoliberalen Märchenbuches vor. Märchen, wie sie sein sollten, wenn sie wirklich die Realität widergeben müssten. Er verdeutlichte dies am Beispiel von Hänsel und Gretel. Denn ihre Eltern gehörten der Schicht des mittellosen Prekariats an und aus Gründen des Gesundschrumpfens und Kostenminimierens sahen sie sich gezwungen, ihre beiden Kinder im Wald auszusetzen. Dort lungerten sie erst einmal herum, da sie davon ausgingen, dass die Gesellschaft ihnen schon helfen würde. Dem war aber nicht so. So nahm Gretel eine niedere und unbezahlte Praktikantinnenstelle bei einer älteren Hexe an, die ein Start Up kurz vor Rentenbeginn zum Laufen bringe wollte und Hänsel wurde fürstlich gemästet. Mit ihm war nun mal nichts anderes anzufangen. Nach einer Weile hatte Gretel aber die Faxen dicke und schmiss die alte Hexe in den Ofen. Gesellschaftskritik in Form eines bekannten Märchens. Wer aufgepasst hatte, der hat viele Parallelen zur gegenwärtigen Realität finden können. So machen Märchen auch Sinn.

Das Publikum klatschte Grög! verdient zum Sieger des Abends und damit steht Grög! als erster Teilnehmer des Highlanders fest. Aber die Saison ist noch lang, da muss man noch nicht schon wieder an das Ende denken.

Es war ein toller Abend, der nach dem Ende des Slams noch lange nicht zu Ende war. Anlässlich des 5 jährigen Geburtstages des Nürnberger Wortgefechtes (des Nürnberger Poetry Slams genauer gesagt), kamen noch einmal Julius und Christian auf die Bühne, die dann nochmal 30 Minuten die selbige rockten und das Publikum mit einem Lächeln nach Hause schickten.

Ein für lange Zeit bestimmt unvergesslicher Abend!

1 In Anlehnung an die Kalauer von Julius und Christian und dem neuen Trend, auf ebensolche Einwürfe durch langatmiges Klatschen und dementsprechendem Gesichtsausdruck zu reagieren. Ich könnte mir vorstellen, dass dies zumindest in nächster Zeit zu einem running gag werden könnte. Zumindest in Nürnberg.

« Letzte Änderung: 17. September 2010, 11:51:32 von Tobias »
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Kerze

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« Letzte Änderung: 18. September 2010, 01:33:33 von Kerze »

Tobias

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Eine gute Aufgabenteilung, werte Jessi ... Daumen hoch!

;o)
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Kerze

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« Letzte Änderung: 20. September 2010, 19:32:14 von Kerze »

 

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